Brauchtum

Kassettl unsere Festtagstracht

 

 

 

 

 

 

 

 

15.08.2014 -
Maria Himmelfahrt - Kräuterweihe

An hohen kirchlichen Feiertagen tragen traditionsbewusste Frauen von unserem Dorf

das Kassettl- die Unterinntaler Festtagstracht.

Als solche ist das Kassettl über zwei Jahrhunderte alt.

Wenn unsere Frauen das Kassettl anlegen, ist so manches Stück ebenso alt.

Von Generationen zu Generationen werden die kostbaren Kleider,

die dazugehörigen Hüte und Schmuckstücke weiter gegeben.

Nur an besonderen Tagen, vor allem kirchliche Feiertage wie der Hohe Frauentag am 15. August,

Prozessionen, beispielweise zu Erntedank, Hochzeiten oder Beerdigungen, bei denen das Kassettl getragen wird.

In unserem Dorf tragen mehr als 70 Frauen das Kassettl.

 


800 Jahre Söll     2.Juli 2017


Fronleichnam  Juni 2017

Kassettlfotos aus dem Archiv


 

Der Kräuterbuschen“

 

Kurz vor dem 15. August sammelt man verschiedene Kräuter und Blumen und bindet sie zu einem optisch schönen Strauß. Man kann sie auch auf ein langes Tuch auflegen und spiralförmig zusammenrollen.

Die Auswahl der Pflanzen sollte nicht unwillkürlich erfolgen. In einen Kräuterbuschen gehören u.a.

Wohlmut (= wilder Majoran), Johanneskraut, Kamille, Wermut, Ringelblume, Salbei, Rosmarien, Minze und Melisse, Schafgarbe, Mariendistel (Kugeldistel) und in der Mitte eine Königskerze.

Es ist schön, wenn die Anzahl der Kräuter eine biblische Symbolzahl ergibt, z.B. 3, 7, 9, 12, 21 oder gar 40.

 

Nach der Weihe im Rahmen der Messe nimmt man den Buschen mit nach Hause und bewahrt ihn an einem besonderen Platz auf. Man steckt einige Zweige zum  Herrgottswinkel und hängt die übrigen zum Trocknen auf. Sie sollen griffbereit zum Gebrauch sein. Man streut sie bei drohenden Gewittern ins Feuer zum Schutz vor Blitz, gibt sie beim Räuchern an den Rauh-Abenden zum Weihrauch, um alles Unheil von Haus und Hof fernzuhalten. Auch den Tieren gibt man Weihkräuter als weihnachtliche Beigabe zum Salz.

 

 

Lassen wir diesen schönen Brauch nicht abkommen und verbinden wir das wundersame Wirken der Heilkräuter mit der Fürsprache der Gottesmutter.

 


 

Maria Himmelfahrt

 

 

Bei strahlendem Wetter füllten viele Einheimische und Gäste am 15. August die Kirche zum Festgottesdienst am "Hohen Frautag". Pfarrer Adam -feierte mit der Gemeinde den Gottesdienst, der auch musikalisch festlich gestaltet wurde.

 Wie schon bei uns traditionell "rückten" wieder viele unserer Kassettlfraun aus. Der Ausschuss der Söller Bäuerinnen  teilte am Ende des Gottesdienstes wieder ihre selbst gemachten Kräutersträußchen aus, sodass die gesegneten Blumen und Kräuter in vielen Häusern und Wohnungen ihren Wohlgeruch verbreiten. Dies hat sich in den letzten Jahren in Söll zu einem schönen Brauch entwickelt. Anschließend  luden die Bäuerinnen und "Dirndln" der Landjugend  vor der Kirche  zu einer Agape ein und ließen so den Kirchgang zum Frautag, mit einem netten Beisammenstehen ausklingen.

 



Wir denken an unsere lieben Verstorbenen: